Fetalmedizin

 
 

Zwillingsschwangerschaft

 

  • Was ist das Zwillingstransfusionssyndrom?

Zwillingsschwangerschaften können aus einer Eizelle, die sich innerhalb der ersten Tage nach der Befruchtung in Kinder teilt, hervorgehen. Man spricht in diesem Fall von eineiigen Zwillingen, die genetisch ident und sehr ähnlich im Aussehen sind.

Bei einem Eisprung wird normalerweise eine Eizelle freigesetzt, die befruchtet wird und sich in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. Wenn ausnahmsweise zwei Eizellen freigesetzt und befruchtet werden und sich dann in der Gebärmutterschleimhaut einnisten, spricht man von zweieiigen Zwillingen. Diese Kinder sind genetisch nicht ident und verhalten sich vom Aussehen wie zwei Geschwister.

Bei eineiigen Zwillingen gibt es die Möglichkeit, dass beide Kinder einen gemeinsamen Mutterkuchen teilen. Man spricht dann von monochorialen Zwillingen (Chorion = Mutterkuchen). Bei nahezu allen monochorialen Zwillingen sind die Kinder über Gefäße an der Oberfläche des Mutterkuchens miteinander verbunden. Und dies führt bei ungefähr 15% der monochorialen Zwillingsschwangerschaften zu einem ernsten Problem – dem sogenannten Zwillingstransfusionssyndrom.

Da beide Blutkreisläufe miteinander verbunden sind, kann es passieren, dass der Blutfluss zwischen den Kindern in ein Ungleichgewicht gerät, also ein Kind zum Spender (Donor), das andere zum Empfänger (Rezipient) wird. Die Folge: Der Spender leidet unter Blutarmut, bekommt zu wenig Flüssigkeit und produziert in der Folge weniger Urin, der Hauptbestandteil des Fruchtwassers. Deshalb wird das Fruchtwasser um den Donor immer weniger. Anders herum bekommt der Empfänger zu viel Blut über die gemeinsame Gefäßverbindung. Er versucht, den Flüssigkeitsüberschuss durch vermehrte Urinproduktion auszugleichen, wodurch es zu einem Anstieg der Fruchtwassermenge in seiner Fruchthöhle kommt. Die Folge ist eine Überbelastung des Kreislaufs des Empfängers und eine sehr rasch wachsende Gebärmutter. Das kann wiederum zu einer Frühgeburt oder zu einem vorzeitigen Blasensprung führen. Wird ein schweres Zwillingstransfusionssyndrom nicht behandelt, kommt es in den allermeisten Fällen zum Tod einer oder beider Kinder und ungefähr die Hälfte der überlebenden Kinder sind behindert.

 

  • Behandlung des Zwillingstransfusionssyndroms

Bei der Behandlung des Zwillingstransfusionssyndroms werden die an der Oberfläche des Mutterkuchens verlaufenden Gefäße mittels Laser verschlossen. Dazu wird in örtlicher oder regionaler Anästhesie eine ungefähr 3 mm dicke Fiberglasoptik in die Fruchthöhle des Empfängers eingeführt. Durch die Fiberglasoptik, an die eine Kamera angeschlossen ist, können die krankmachenden Blutgefäße dargestellt und mittels Laser verödet werden. Die Lasertherapie ist die beste heute verfügbare Behandlung für das Zwillingstransfusionssyndrom. Trotzdem überleben nur ungefähr 70% der Kinder den Eingriff und bei wenigen Kindern schützt der Eingriff nicht vor einer Behinderung.

 

  • Die Behandlung in Innsbruck

In Innsbruck führen wir die Behandlung des Zwillingstranfusionssyndroms seit 2005 durch. Die ersten Kinder, die wir behandelt haben, gehen bereits in die Vorschule oder in die Schule.

Der Leiter der fetalmedizinischen Ambulanz, OA Dr Matthias Scheier hat eine mehrjährige Ausbildung an großen fetalmedizinischen Kliniken im Ausland absolviert.

Für die Behandlung nehmen wir die Patientin für einen Tag stationär auf. Die Operation wird in örtlicher Betäubung oder Periduralanästhesie durchgeführt. Nach der Behandlung werden die Patientinnen nach Hause entlassen und von ihrem Frauenarzt oder der zuweisenden Krankenhausabteilung weiter betreut.

 

  • Anmeldung zur Behandlung

Wenn Sie mit Zwillingen schwanger sind und Sie möchten sich über die Behandlung informieren, schreiben Sie uns eine E-Mail an matthias.scheier@uki.at oder rufen Sie uns unter +43-664-826 88 80 an.

 

  • Anreise nach Innsbruck
 
....mit öffentlichen Verkehrsmittel
 
Der Hauptbahnhof Innsbruck verfügt über gute Verbindungen von und nach Wien, Salzburg, München, Bozen, Graz, Zürich und Bregenz. Durch die neuen Hochgeschwindigkeitszüge der ÖBB beträgt die Fahrzeit z. B. zwischen Wien und Innsbruck nur 4 h 15 min. Informationen zur Anreise mit dem Zug finden Sie auf den Informationsseiten der Österreichischen Bundesbahnen.
 
...innerstädtischer Verkehr
 
Der Hauptbahnhof Innsbruck liegt nur ungefähr 15 Gehminuten von der Frauen- und Kopfklinik entfernt. Die Anreise mit dem Taxi, welche zahlreich auf dem Vorplatz des Bahnhofes zur Verfügung stehen, kostet zwischen sieben und zehn Euro. Die Anreise mit den Innsbrucker Verkehrsbetrieben ist ebenso möglich. Genaue Auskünfte erhalten Sie auf der Webseite des Verkehrsverbundes Tirol. Die Haltestelle in unmittelbarer Kliniknähe ist „Innsbruck Universitätsklinik“.
 
 
...Individualverkehr
 
Innsbruck liegt an der Inntalautobahn A12. Bei der Anreise mit dem Auto nehmen Sie bitte die Autobahnausfahrt "Innsbruck West" und fahren in Richtung Universitätsklinik. Die gesamte Strecke ist beschildert. Es gibt mehrere Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zur Klinik.

 

  • Weitere Fragen?

Nehmen Sie jederzeit gern mit uns per E-Mail (s.o.) oder telefonisch (s.o.) Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne!


 

Ersttrimestersonografie

Im Rahmen des Ersttrimesterultraschalls, welcher von der 11. bis 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird, beurteilen wir die Anzahl der Kinder und ob das Kind/die Kinder wohlauf sind. Außerdem können wir den Geburtstermin anhand der Messung der Länge des Kindes bestätigen oder korrigieren. Einige Fehlbildungen können schon in diesen Schwangerschaftswochen erkannt oder ausgeschlossen werden. Wenn Sie es wünschen, messen wir die so genannte Nackentransparenz und beurteilen andere Zeichen, wie z.B. das Nasenbein oder den Blutfluss im kindlichen Herzen.

Patienteninformation (Aufklärung und Einverständnis zur "NT-Messung" bzw. weiterführenden Untersuchungen):
Um einen möglichst reibungslosen Ablauf an unserer Ultraschall-Ambulanz gewährleisten zu können, bitten wir Sie, diese Aufklärung und Einverständniserklärung zur NT Messung an unserem Hause, bereits vorab mit ihrer/m betreuenden FrauenärztIn zu besprechen und bei Zuweisung zu uns (im Idealfall bereits unterschrieben) mitzugeben:

Patienteninformation NT deutsch
Patienteninformation NT englisch 
Patienteninformation NT farsi 
Patienteninformation NT italienisch 
Patienteninformation NT serbokroatisch 
Patienteninformation NT türkisch  
(Kosten Stand 2017) 

 

Organscreening - 20-Wochen-Schall

Die Schwangerschaftswoche 20–23 ist die beste Zeit, um die Organe des Kindes zu untersuchen. Es wird besonderes Augenmerk auf eine genaue Untersuchung des Gehirns, des Gesichtes, der Wirbelsäule, des Brustkorbes mit Herz und Lunge, der Bauchwand und der Bauchorgane, der Nieren, der Blase und des Skelettes gelegt. Auf Wunsch werden eventuell vorhandene Hinweiszeichen auf Chromosomenfehler beschrieben.
Die Untersuchung wird von ÄrztInnen durchgeführt, die speziell für diese Untersuchungen ausgebildet wurden.

Patienteninformation (Aufklärung und Einverständnis zur "detaillierten Sonographie in der Schwangerschaft" bzw. weiterführenden Untersuchungen):
Um einen möglichst reibungslosen Ablauf an unserer Ultraschall-Ambulanz gewährleisten zu können, bitten wir Sie, diese Aufklärung und Einverständniserklärung zum Organscreening an unserem Hause, bereits vorab mit ihrer/m betreuenden FrauenärztIn zu besprechen und bei Zuweisung zu uns (im Idealfall bereits unterschrieben) mitzugeben:

Patienteninformation Organscreening arabisch 
Patienteninformation Organscreening deutsch 
Patienteninformation Organscreening englisch 
Patienteninformation Organscreening farsi 
Patienteninformation Organscreening italienisch 
Patienteninformation Organscreening serbokroatisch 
Patienteninformation Organscreening türkisch  
(Kosten Stand 2017)

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