Projekte

 

 

Onkologie


Serumbank (Projektleiterin: Heidi Fiegl)

Die Serumbiobank, welche aus Restproben von Patientinnen, welche einer weiteren wissenschaftlichen Nutzung ihrer Proben zugestimmt haben, besteht, stellt einen zentralen Bestandteil des Labors dar. Seit Anfang 1987 werden von Tumorpatienten bei jeder Kontrolle sowie präoperativ Serumproben in mehreren Aliquoten gelagert. Derzeit sind ca. 250.000 Serumproben von über 4.000 Patientinnen (ca. 100.000 Blutabnahmen) gelagert. Die Tumormarkerwerte und die klinischen Daten dieser Patienten liegen vollständig in einer Tumordatenbank bzw. der Labor EDV (beide sind vernetzt) vor. Die Serumbank stellt einen wertvollen Schatz dar, indem sie wissenschaftliche Projekte betreffend biologische Marker in kurzer Zeit und in erforderlichem Ausmaß erlaubt.

Die klinische Bedeutung von p53 und p73 isoformen bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom (Projektleiterin: Nicole Concin)

p53 ist eines der wichtigsten Tumorsuppressorgene und spielt bei Zellzyklusarrest und programmiertem Zelltod (Apoptose) eine wichtige Rolle. Bei ca. 50-70% der Patientinnen mit Ovarialkarzinom ist p53 durch eine Mutation inaktiviert. Im Jahr 1997 wurde ein homologes Gen von p53 identifiziert, p73. Rezente Studien auch aus unserer eigenen Arbeitsgruppe zeigen, dass p53 und p73 eine Vielzahl von Isoformen generieren, die miteinander interagieren. Wir analysieren die Deregulation und die klinischen Relevanz dieser p53 und p73 Isoformen bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom.

Gamma-glutamyltransferase (GGT) bei Patientinnen mit gynäkologischen Malignomen (Projektleiterin: Nicole Concin)

GGT wird routinemäßig in der Klinik als Leberfunktionsparameter eingesetzt. Neuere Erkenntnisse belegen, dass GGT auch einen Marker für die apoptotische Balance darstellt. Weiters spielt GGT eine wichtige Rolle bei der Tumorprogression, Invasion und bei Chemotherapie-Resistenzmechanismen. Unsere Arbeitsgruppe untersucht die Bedeutung von GGT für das Therapieansprechen und die Prognose bei Patientinnen mit gynäkologischen Malignomen.

E2F-Transkriptionsfaktoren (Projektleiter: Alain Zeimet, Daniel Reimer)

folgt

Nachweis und die Charakterisierung von Tumorstammzellen im Ovarialkarzinom (Projektleiter: Alain Zeimet, Daniel Reimer)

Nicht alle Zellen eines Tumors sind in der Lage das Tumorwachstum anzutreiben und die Ausbildung von Töchtergeschwülsten zu initiieren. Bei diesem Projekt geht es darum, genau jene Krebszellen zu identifizieren die in Wahrheit für das eigentliche Tumorwachstum aber auch für das Auftreten von Metastasen und Rezidiven verantwortlich sind. Diese sog. Tumorstammzellen (oder Tumor initiierende Zellen) stellen nur wenige Prozent (< 5%) der gesamten Tumorzellzahl dar und können nicht einfach im Lichtmikroskop sondern nur an Hand einer Anfärbung von spezifischen Markern der Zelloberflächen dargestellt und über eine Sortiermaschine (FACS) vom Haupanteil der Krebszellen getrennt werden. Diese Zellen, die ganz besonders gegen Chemotherapeutika resistent sind, können somit die Behandlung oft als einzige überleben und sind für das Wiederkehren des Tumors oft auch nach Jahren verantwortlich. Wir wollen herausfinden auf welche Art, und hier spielen die sog. zielgerichteten Therapien mit neuen Medikamenten eine wesentliche Rolle, wir diese Tumorstammzellen verlässlich eliminieren können.

HE4-Serumanalysen (Projektleiterin: Irene Mutz-Dehbalaie)

Der Tumormarker HE4 ist eine neue Möglichkeit, Patientinnen mit Ovarialkarzinom zu überwachen. Dieser Tumormarker wird ausschließlich für Patientinnen mit neu diagnostiziertem oder mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom eingesetzt. Im Rahmen dieses Projekts wird untersucht ob eine Schwangerschaft Einfluss auf den HE4-Spiegel im Serum hat, ob HE4 auch bei schwangeren Patientinnen mit benignen oder malignen Veränderungen der Adnexe angewendet werden kann bzw. ob HE4 auch beim Endometriumkarzinom eine prognostische Relevanz aufweist.

Mesothelin (Projektleiterin: Irene Mutz-Dehbalaie)

Mesothelin ist ein Glycoprotein welches bei vielen Krebsarten überexprimiert vorkommt (z.B. Ovarialkarzinom).
MSLN codiert für ein Precursor-Protein (69-kDa), welches mittels einer proteolytischen Spaltung zwei Proteine hervorbringt: zum einen den sog. Megakaryocyte potentiation Faktor (MPF) ein 33-kDa großes, lösliches Protein und zum anderen Mesothelin, ein Zellmembran-assoziiertes 40-kDa großes Glycosylphosphatidylinositol-linked Glycoprotein. Die biologische Funktion von Mesothelin ist nicht genau bekannt.
Ziel der Studie ist es, nachzuweisen, ob das Shedding durch Phopholipase-D Expression erfolgt. Auch soll das intrazelluläre Signalling dabei untersucht werden.

Die Brust als endokrines Organ – BREO-Studie (Projektleiter: Günter Daxenbichler)

Die derzeit gängige Meinung, dass auch in postmenopausalen Frauen die im Blut zirkulierenden Sexualhormone, allen voran die Östrogene, das Brustwachstum und indirekt das Brustkrebsrisiko beeinflussen wird unterstützt durch Publikationen, die belegen, dass erhöhte Konzentrationen an Sexualhormonen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko assoziiert sind.
Unsere Hypothese besagt, dass zur Regulation des Brustwachstums notwendigen Sexualsteroide, insbesondere Östrogene, in der Brust synthetisiert und reguliert werden. Hierzu gibt es genügend Hinweise aus der Literatur.
Wir wollen den Einfluss der Steroidsynthese in der Brust auf die Blut- und Harnspiegel der entsprechenden Steroide messen, indem wir deren Konzentration im Gewebe (Mastektomiepräparat) und im Serum sowie im Harn (vor und nach Brustentfernung) messen. Sollte unsere Hypothese unterstützt werden, wäre das ein weiterer Grund, das o.g. Paradigma in Frage zu stellen und erhöhte Steroidspiegel in der Postmenopause nicht als Ursache sondern als Folge eines erhöhten Brustkrebsrisikos zu sehen.
 

  


Oncotyrol

 

Im Rahmen des sog. Oncotyrol Forschungsschwerpunktes (Center for Personalized Cancer Medicine) werden an der Univ. Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe zur Zeit drei Projekte bearbeitet, welche im Folgenden dargestellt sind:


K1 Oncotyrol Projekt 3.2 „Brustkrebs- Metastasenrisiko“ (Projektleiter: Christian Marth, Heidi Fiegl)

Brustkrebs gehört in den westlichen Industrieländern zu den häufigsten Krebserkrankungen der Frau. Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran, in Österreich sind das jährlich an die 5.000 Frauen, in Tirol etwa 400. Zwar gibt es gute lokale Therapiemöglichkeiten, also Operation und Strahlentherapie, dennoch kommt es häufig zur Bildung von Metastasen in Knochen, Lunge oder Leber. In diesen Fällen ist in der Regel keine Heilung mehr möglich.
Der metastatische Befall der Lymphknoten, einer der etabliertesten Prognosefaktoren beim primären Brustkrebs, ermöglicht nur eine vage Voraussage, wie hoch das Risiko der Patientin zur Metastasenbildung tatsächlich ist. Daher werden heutzutage fast alle Patientinnen vorbeugend mit Chemotherapie behandelt, obwohl 70 % der Patientinnen auch ohne Therapie keine Metastasen entwickeln würden – sie werden übertherapiert. Ungefähr 20 % der Patientinnen hingegen bekommen trotz der Chemotherapie Metastasen, erhalten also eine nutzlose Therapie.
Könnte das Metastasierungsrisiko besser vorhergesagt werden, würde die Rückfallrate bei den Hochrisikopatientinnen durch gezieltere und effizientere Therapie gesenkt werden. Bei den Patientinnen mit niedrigem Risiko könnten die Belastungen durch Chemotherapie gesenkt werden. Auch hätte dieser Ansatz einer personalisierten Medizin positive Auswirkungen auf die Kosteneffizienz der Brustkrebstherapie.
Ziel dieser Studie ist es, neue Biomarker zur Metastasierungsrisikoabschätzung bei Brustkrebspatientinnen zu identifizieren. Dabei wird sowohl die Ebene der Gene untersucht, als auch die umweltbedingte Veränderung (Epigenetik) durch Methylierung der Gene, sowie die funktionelle Ebene der RNA, der Proteine und der Stoffwechsel(abbau)produkte (Metabolite).

K1 Oncotyrol Projekt 2.5 „Atemluftanalyse für die Diagnose von Brustkrebs“ (Projektleiter: Christian Marth, Ingrid Kohl)

Die Firma IONIMED Analytik GmbH entwickelte eine Atemluftanalysemethode basierend auf einer massenspektrometrischen Technologie, die flüchtige Stoffe in der Ausatemluft bis in kleinste Mengen quantitativ nachweisen kann. Im Rahmen von ONCOTYROL soll mit Hilfe dieser Technologie eine Vielzahl an Spurenstoffen in der Ausatemluft von Brustkrebspatientinnen bestimmt werden. Dabei werden Moleküle analysiert, die im Stoffwechsel entstehen und die aus dem Blut der Lungen durch die dünnen Gefäßwände hindurchtreten und somit in die Ausatemluft gelangen.
Es soll untersucht werden, ob es in der Atemluft Inhaltsstoffe gibt, die für Brustkrebs typisch sind, bzw. ob Atemluftinhaltsstoffe existieren, die sich während der begleitenden Therapie in einer typischen Weise verändern.

K1 Oncotyrol Projekt 3.7 „Biomarkeridentifizierung beim Ovarialkarzinom“ (Projektleiter: Christian Marth, Heidi Fiegl)

Das Ovarialkarzinom ist nach dem Endometrium- und dem Zervixkarzinom das dritthäufigste Genitalmalignom der Frau in der westlichen Welt, hat aber eine schlechtere Prognose. Aufgrund des Fehlens spezifischer Symptome, aber auch nützlicher diagnostischer Biomarker wird die Krankheit meistens erst in fortgeschritteneren Stadien diagnostiziert. Auch die derzeit verwendeten prognostischen und prädiktiven Biomarker können nur bedingt das Wiederauftreten der Krankheit oder das Ansprechen auf die Therapie vorhersagen.
Ziel dieser Pilotstudie ist es, neue Biomarker für das Ovarialkarzinom zu identifizieren. Zum einen werden DNA-Methylierungsanalysen an Ovarialkarzinomgeweben und diversen Körperflüssigkeiten wie Serum oder Urin durchgeführt, zum anderen werden Autoantikörperanalysen im Serum von Ovarialkarzinompatientinnen und Kontrollpatientinnen durchgeführt.

 

 

<< zurück

Suche: © 2005 bis 2018, tirol kliniken